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Anlegen15. März 2026· RATIV Capital· 2 Min. Lesezeit

ETFs vs. Einzelaktien — Was passt besser?

ETFs oder Einzelaktien? Wir vergleichen Kosten, Risiko und Aufwand für Schweizer Anleger.

Die Grundfrage

Wer Geld anlegen will, steht früher oder später vor der Entscheidung: Einzelne Aktien kaufen oder breit diversifizierte ETFs? Beide Ansaetze haben Vor- und Nachteile.

ETFs: Breit gestreut, günstig, einfach

Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index ab — zum Beispiel den MSCI World mit über 1'500 Unternehmen weltweit.

Vorteile: - Sofortige Diversifikation mit einem einzigen Kauf - Tiefe Kosten (TER 0.10–0.30% bei den günstigsten) - Kein Research nötig — der Index entscheidet - Historisch schlagen die meisten aktiven Fondsmanager den Index nicht

Nachteile: - Keine Überrendite möglich (du bekommst den Marktdurchschnitt) - Du investierst auch in schwache Unternehmen im Index - Bei Nischen-ETFs kann die Diversifikation trügerisch sein

Einzelaktien: Mehr Kontrolle, mehr Aufwand

Mit Einzelaktien kaufst du Anteile an spezifischen Unternehmen.

Vorteile: - Potenzial für Überrendite bei guter Auswahl - Volle Kontrolle über dein Portfolio - Keine laufenden Gebühren (kein TER) - Dividenden direkt auf dein Konto

Nachteile: - Hohes Einzelrisiko (ein Unternehmen kann scheitern) - Zeitaufwand für Research und Überwachung - Für echte Diversifikation brauchst du 20–30 Titel - Emotionale Entscheidungen fuehren oft zu schlechtem Timing

Kosten-Vergleich für Schweizer Anleger

ETF-Portfolio (CHF 100'000) - TER: 0.20% = CHF 200/Jahr - Kaufgebuehren: einmalig CHF 30–50 je Trade - Total jährlich: ca. CHF 200–250

Aktien-Portfolio (CHF 100'000, 20 Titel) - TER: CHF 0 (keine laufenden Kosten) - Kaufgebuehren: 20 x CHF 30 = CHF 600 einmalig - Depotgebuehr: CHF 0–200/Jahr je nach Broker - Total jährlich: ca. CHF 0–200 (nach Aufbau)

Schweizer Steuer-Aspekte

In der Schweiz sind Kapitalgewinne für Privatanleger steuerfrei — egal ob ETF oder Aktie. Besteuert werden nur Dividenden und Zinsen als Einkommen. Die Verrechnungssteuer (35%) wird bei Schweizer Titeln automatisch abgezogen und kann via Steuererklaerung zurückgefordert werden.

Unsere Empfehlung

Für die meisten Anleger ist ein Core-Satellite-Ansatz sinnvoll:

  • Core (80–90%): Breit diversifizierte ETFs (z.B. MSCI World + Schweiz)
  • Satellite (10–20%): Einzelaktien aus Überzeugung (falls gewuenscht)

So profitierst du von der breiten Diversifikation der ETFs und kannst trotzdem gezielt in Unternehmen investieren, die du für vielversprechend haeltst.

Fazit

ETFs sind für die meisten Schweizer Anleger die bessere Wahl: günstig, einfach und breit diversifiziert. Wer Einzelaktien beimischen will, sollte dies mit maximal 10–20% des Portfolios tun und sich der Risiken bewusst sein.

Nächster Schritt

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