Hypothek amortisieren oder Steuervorteile nutzen? Der Vergleich von direkter und indirekter Amortisation für Schweizer Eigenheimbesitzer.
Wer in der Schweiz ein Eigenheim kauft, muss die Hypothek in der Regel innert 15 Jahren auf zwei Drittel des Verkehrswerts amortisieren — also auf 66.7%. Für ein Haus im Wert von CHF 1'000'000 bedeutet das: Die Hypothek muss von CHF 800'000 auf CHF 667'000 reduziert werden — eine Amortisation von CHF 133'000.
Die Frage lautet: Wie amortisieren?
Bei der direkten Amortisation zahlen Sie die Hypothekschuld regelmässig direkt an die Bank zurück. Die Schuld sinkt, der Zinsaufwand sinkt.
Bei der indirekten Amortisation bleibt die Hypothek konstant. Stattdessen zahlen Sie den Amortisationsbetrag in ein Säule-3a-Konto ein, das als Verpfändung zugunsten der Bank dient. Bei der Pensionierung (oder frühzeitiger Auszahlung) wird das 3a-Kapital zur Hypothekrückzahlung verwendet.
Annahmen: Hypothekszinssatz 2.0%, Grenzsteuersatz 30%, 3a-Rendite 4.0% (Wertschriften)
Direkte Amortisation bevorzugen wenn: - Niedriger Grenzsteuersatz (unter 25%) - Konservatives Risikoprofil gewünscht - Kurzer Zeithorizont bis Pensionierung (unter 10 Jahre) - Bereits maximale 3a-Einzahlung ausgeschöpft
Indirekte Amortisation bevorzugen wenn: - Hoher Grenzsteuersatz (über 30%) - Langer Zeithorizont (15+ Jahre) - Bereitschaft für Wertschriften-3a (höhere Rendite) - Kanton mit hoher Steuerbelastung (z.B. Genf, Waadt, Bern)
Nichts spricht gegen eine Kombination: Direkte Amortisation für die Pflicht-Tranche, indirekte über Säule 3a für den steueroptimierten Teil. Viele Finanzberater empfehlen genau diesen Mix.
In den meisten Fällen ist die indirekte Amortisation über Säule 3a die steuerlich attraktivere Variante — insbesondere bei langem Zeithorizont und hohem Grenzsteuersatz. Der Steuereffekt des doppelten Abzugs und die Renditechance auf das 3a-Kapital überwiegen in der Regel die direkte Schuldreduktion.
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