Nachhaltige Anlagen boomen. Aber was steckt wirklich hinter ESG-Labels? Ein kritischer Blick auf nachhaltige Investments für Schweizer Anleger.
Nachhaltige Anlagen sind in den letzten Jahren explosionsartig gewachsen. In der Schweiz verwalteten nachhaltige Fonds und ETFs 2025 über CHF 1'500 Milliarden. ESG (Environmental, Social, Governance) ist das Schlagwort — aber was bedeutet es konkret?
Ratingagenturen wie MSCI, Sustainalytics oder ISS vergeben ESG-Scores — aber deren Methoden unterscheiden sich erheblich. Studien zeigen: Die Korrelation zwischen verschiedenen Ratinganbietern für dasselbe Unternehmen beträgt nur 0.3–0.5 (niedrig). Tesla z.B. erhielt von verschiedenen Agenturen gleichzeitig sehr hohe und sehr tiefe ESG-Scores.
Wenn Sie nachhaltig investieren möchten: - MSCI World SRI ETF (z.B. iShares, TER 0.20%): Striktere Ausschlusskriterien, gute Diversifikation - Vanguard ESG Global All Cap ETF (TER 0.24%): Breite Marktabdeckung mit ESG-Filterung
Wenn Sie vor allem renditeoptimiert anlegen wollen: - MSCI World oder FTSE All-World ETF (TER 0.10–0.22%): Breiter Markt, keine ESG-Einschränkungen
Wichtig: Der Gebührenunterschied zwischen ESG-ETFs und Standard-ETFs beträgt oft nur 0.05–0.10% — das ist kein Argument gegen ESG-Anlagen.
ESG ist weder reines Marketing noch der Heilsbringer für Anleger und Gesellschaft. Die Realität liegt dazwischen: ESG-Ratings sind inkonsistent, die direkte Wirkung bescheiden, aber gut konstruierte ESG-ETFs bieten solide Renditen bei vernünftigen Kosten und ermöglichen eine Grundausrichtung nach persönlichen Werten. Wählen Sie den Ansatz, der zu Ihren Überzeugungen passt — aber prüfen Sie die Kosten und den tatsächlichen Inhalt des Fonds genau.
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