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Anlegen22. September 2024· RATIV Capital Redaktion· 2 Min. Lesezeit

Rebalancing: Warum Ihr Depot regelmässig Pflege braucht

Ohne Rebalancing verschiebt sich die Gewichtung Ihres Portfolios — und damit Ihr Risiko. Wir erklären, welche Strategien es gibt und was in der Schweiz steuerlich zu beachten ist.

Was ist Rebalancing?

Rebalancing bezeichnet die Wiederherstellung der ursprünglichen Gewichtung in einem Anlageportfolio. Angenommen, Sie starten mit einer Aufteilung von 60% Aktien und 40% Obligationen. Nach einem starken Börsenjahr stehen Aktien plötzlich bei 70%. Ihr Portfolio ist jetzt riskanter, als Sie es ursprünglich geplant hatten.

Beim Rebalancing verkaufen Sie einen Teil der gestiegenen Anlageklasse und kaufen die zurückgebliebene nach — oder Sie lenken neue Einzahlungen gezielt in die untergewichtete Position.

Warum ist Rebalancing wichtig?

  • Risikokontrolle: Ohne Rebalancing driftet Ihr Portfolio in Richtung der volatileren Anlageklasse. Das kann bei einem Crash zu grösseren Verlusten führen, als Sie eingeplant hatten.
  • Disziplin: Rebalancing zwingt Sie dazu, systematisch günstig zu kaufen und teuer zu verkaufen — das Gegenteil dessen, was die meisten Anleger intuitiv tun.
  • Renditeoptimierung: Studien zeigen, dass diszipliniertes Rebalancing die risikoadjustierte Rendite langfristig verbessern kann.

Zwei gängige Strategien

1. Kalenderbasiertes Rebalancing

Sie passen Ihr Portfolio in festen Intervallen an — zum Beispiel einmal jährlich im Januar. Diese Methode ist einfach umzusetzen und erfordert wenig Aufwand.

Vorteil: Einfach, planbar, wenig Zeitaufwand. Nachteil: Marktbewegungen zwischen den Terminen werden ignoriert.

2. Schwellenbasiertes Rebalancing

Sie definieren eine Toleranzgrenze — etwa plus/minus 5 Prozentpunkte. Sobald eine Anlageklasse diese Schwelle überschreitet, wird rebalanciert. Diese Methode reagiert schneller auf Marktbewegungen.

Vorteil: Reagiert auf starke Marktbewegungen. Nachteil: Erfordert regelmässige Überwachung des Portfolios.

In der Praxis eignet sich eine Kombination: Prüfen Sie Ihr Depot vierteljährlich und handeln Sie nur, wenn die Abweichung eine bestimmte Schwelle überschreitet.

Steuerliche Aspekte in der Schweiz

In der Schweiz gibt es keine Kapitalgewinnsteuer für Privatanleger — ein grosser Vorteil beim Rebalancing. Sie können Positionen verkaufen, ohne auf den Gewinn Steuern zu zahlen. Allerdings gibt es Einschränkungen:

  • Verrechnungssteuer: Dividenden und Zinsen unterliegen der Verrechnungssteuer von 35%, die über die Steuererklärung zurückgefordert werden kann.
  • Stempelsteuer: Jede Transaktion löst die eidgenössische Stempelabgabe aus (0.075% für Schweizer, 0.15% für ausländische Titel).
  • Gewerbsmässiger Handel: Wer zu häufig handelt, riskiert eine Einstufung als gewerbsmässiger Händler — dann werden Kapitalgewinne doch steuerpflichtig. Die Schweizerische Steuerkonferenz hat dafür Kriterien definiert.

Praktische Tipps

  • Nutzen Sie neue Einzahlungen für das Rebalancing, anstatt bestehende Positionen zu verkaufen. Das spart Transaktionskosten.
  • Setzen Sie sich einen festen Termin im Kalender — etwa den Jahresanfang.
  • Halten Sie die Transaktionskosten im Blick: Rebalancing lohnt sich erst ab einer gewissen Abweichung.
  • Tools wie RATIV Capital helfen Ihnen, Ihre aktuelle Portfoliogewichtung jederzeit im Blick zu behalten.

Nächster Schritt

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