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Anlegen8. November 2024· RATIV Capital Redaktion· 3 Min. Lesezeit

TER: Die versteckten Kosten in Ihrem Depot

Die Total Expense Ratio frisst Jahr für Jahr an Ihrer Rendite. Erfahren Sie, was TER bedeutet, wie Schweizer Fonds abschneiden und wie Sie Kosten sparen.

Was ist die TER?

Die Total Expense Ratio (TER) — auf Deutsch Gesamtkostenquote — gibt an, welcher Prozentsatz des Fondsvermögens jährlich für Verwaltung, Verwahrung und weitere Betriebskosten abgezogen wird. Die TER wird nicht separat in Rechnung gestellt, sondern direkt vom Fondsvermögen abgezogen. Das macht sie für viele Anleger unsichtbar.

Warum jedes Zehntel zählt

Eine TER von 1.5% klingt harmlos — doch über einen Anlagezeitraum von 30 Jahren summiert sich der Unterschied zu einem günstigen ETF enorm.

Rechenbeispiel mit CHF 100'000 Startkapital und 7% Bruttorendite:

ProduktTEREndwert nach 30 JahrenKostendifferenz
UBS Strategy Fund Balanced1.54%ca. CHF 477'000
Vanguard FTSE All-World ETF0.22%ca. CHF 700'000CHF 223'000

Der Unterschied von 1.32 Prozentpunkten kostet Sie über drei Jahrzehnte mehr als CHF 200'000. Das ist kein Rundungsfehler — das ist ein kleines Vermögen.

Schweizer Fonds im Vergleich

In der Schweiz sind die Fondskosten traditionell höher als in den USA oder Grossbritannien. Einige Beispiele:

  • UBS Vitainvest 50 World: TER 1.55%
  • Swisscanto Portfolio Fund Balanced: TER 1.35%
  • Credit Suisse (Ax) Mixta-BVG Index 45: TER 0.48%
  • Vanguard FTSE All-World UCITS ETF: TER 0.22%
  • iShares Core MSCI World UCITS ETF: TER 0.20%

Die Unterschiede sind beträchtlich — und sie wirken sich direkt auf Ihre Nettorendite aus.

Worauf Sie achten sollten

Die TER deckt zwar die meisten laufenden Kosten ab, aber nicht alle. Achten Sie zusätzlich auf:

  • Transaktionskosten: Kosten für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren innerhalb des Fonds. Diese sind nicht in der TER enthalten.
  • Ausgabeaufschläge: Manche Banken verlangen beim Kauf eine Gebühr von bis zu 5%. Kaufen Sie wenn möglich über eine günstige Online-Plattform.
  • Depotgebühren: Schweizer Banken berechnen oft 0.2–0.5% jährlich für die Verwahrung. Neobroker wie Swissquote oder Interactive Brokers sind deutlich günstiger.
  • Stempelsteuer: In der Schweiz fällt beim Kauf und Verkauf von Wertpapieren die eidgenössische Stempelabgabe an (0.075% für inländische, 0.15% für ausländische Titel).

So optimieren Sie Ihre Kosten

  1. Bevorzugen Sie passive ETFs gegenüber aktiv verwalteten Fonds.
  2. Vergleichen Sie die TER vor jedem Kauf — nutzen Sie Plattformen wie justETF oder RATIV Capital.
  3. Wählen Sie einen günstigen Broker mit tiefen Depotgebühren.
  4. Prüfen Sie, ob Ihre Säule-3a-Lösung ebenfalls kosteneffizient ist.

Bereits kleine Anpassungen bei den Kosten können über die Jahre Zehntausende Franken ausmachen. Ihre zukünftige Rendite beginnt bei der Kostenkontrolle.

Nächster Schritt

Wissen in die Praxis umsetzen

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