Das Leben hält Überraschungen bereit: Die Waschmaschine geht kaputt, der Arbeitgeber kündigt, oder eine unerwartete Zahnarztrechnung über CHF 3'000 flattert ins Haus. Ohne Notgroschen führen solche Ereignisse zu Schulden — sei es über Kreditkarte, Konsumkredit oder Überziehung.
Ein Notgroschen ist kein Luxus, sondern die Grundlage jeder soliden Finanzplanung. Erst wenn er steht, solltest du in ETFs, Aktien oder andere Anlagen investieren.
Wie viel du brauchst, hängt von deiner Situation ab:
**3 Monatsausgaben** (Minimum): Für Angestellte mit sicherem Job und doppeltem Einkommen im Haushalt
**6 Monatsausgaben** (empfohlen): Für Alleinverdiener, Selbständige oder Personen in unsicheren Branchen
**Monatsausgaben, nicht Monatseinkommen**: Berechne deine tatsächlichen monatlichen Kosten — bei CHF 4'500 Ausgaben pro Monat brauchst du CHF 13'500-27'000
In der Schweiz gibt es zusätzlich die ALV (Arbeitslosenversicherung), die 70-80% des versicherten Lohns abdeckt. Trotzdem: Die Wartezeiten und der reduzierte Betrag machen einen eigenen Puffer unerlässlich.
Der Notgroschen muss zwei Kriterien erfüllen: **Sicherheit** und **Verfügbarkeit**. Rendite ist zweitrangig.
Die besten Optionen in der Schweiz:
**Sparkonto**: Sofort verfügbar, aktuell 0.5-1.5% Zins. Ideal für den Kernbetrag (1-2 Monatsausgaben), den du innert Stunden brauchen könntest
**Kassenobligationen**: 1-3 Jahre Laufzeit, etwas höhere Zinsen (1-2%). Geeignet für den Teil, den du erst in einer grösseren Krise brauchst
**Geldmarktfonds**: Täglich handelbar, Rendite nahe am Leitzins. Beispiel: Swisscanto oder UBS Money Market Fund. Guter Kompromiss zwischen Rendite und Verfügbarkeit
Wo der Notgroschen **nicht** hingehört: Aktien, ETFs, Kryptowährungen oder gebundene Vorsorge (Säule 3a). Diese Anlagen können im falschen Moment an Wert verlieren, und bei der 3a kommst du nur in Ausnahmefällen ans Geld.
Guthaben auf Schweizer Bankkonten sind bis CHF 100'000 pro Person und Bank durch die Einlagensicherung geschützt. Das bedeutet: Selbst wenn deine Bank in Schieflage gerät, ist dein Notgroschen sicher — solange du unter dieser Grenze bleibst.
Tipp: Verteile grössere Beträge auf zwei Banken, um doppelt abgesichert zu sein.
Der Notgroschen ist ausschliesslich für echte Notfälle gedacht:
Jobverlust oder drastische Einkommensreduktion
Unerwartete medizinische Kosten
Dringende Reparaturen (Auto, Wohnung)
**Nicht**: Ferien, neues Smartphone oder «gute Gelegenheiten»
Wichtig: Wenn du den Notgroschen angreifst, hat das Wiederauffüllen höchste Priorität — noch vor dem ETF-Sparplan.
3-6 Monatsausgaben als Notgroschen — je nach Jobsicherheit und Familiensituation
Sparkonto für sofort verfügbaren Teil, Geldmarktfonds für den Rest
Schweizer Einlagensicherung schützt bis CHF 100'000 pro Bank
Notgroschen nur für echte Notfälle nutzen und danach sofort wieder aufbauen