Die meisten Menschen sparen, was am Ende des Monats übrig bleibt. Das Ergebnis: Es bleibt selten etwas übrig. Die Lösung ist radikal einfach — dreh die Reihenfolge um.
«Pay yourself first» bedeutet: Am Tag, an dem dein Lohn eingeht, geht automatisch ein fester Betrag aufs Sparkonto oder ins Depot. Du sparst nicht das, was übrig bleibt, sondern du lebst von dem, was nach dem Sparen übrig bleibt.
Das funktioniert, weil wir uns an jedes Budget anpassen. Wer CHF 6'000 zur Verfügung hat, gibt CHF 6'000 aus. Wer CHF 4'800 hat, gibt CHF 4'800 aus — und vermisst die CHF 1'200 nach wenigen Wochen nicht mehr.
Ein bewährtes System für die Schweiz arbeitet mit drei bis vier Konten:
1. **Lohnkonto**: Hier kommt dein Gehalt an. Von hier gehen alle Daueraufträge ab.
2. **Fixkosten-Konto**: Miete, Krankenkasse, Versicherungen, Steuern. Wird am 1. des Monats per Dauerauftrag gefüllt.
3. **Sparkonto / Depot**: Notgroschen und Investitionen. Ebenfalls am 1. per Dauerauftrag.
4. **Alltagskonto**: Was übrig bleibt, ist dein Budget für variable Ausgaben. Das ist dein «Freiheits-Budget».
Der Ablauf: Lohn → Fixkosten → Sparen → Rest. In dieser Reihenfolge. Automatisch. Jeden Monat.
Schweizer Neobanken machen das Kontenmodell besonders einfach:
**Neon**: Kostenloses Konto mit «Spaces» — virtuelle Unterkonten für verschiedene Sparziele. Ideal als Alltagskonto mit Budgetübersicht
**Yuh**: Kombiniert Banking und Investing in einer App. Gut für den automatischen Übergang vom Sparen zum Investieren
**Kaspar&**: Speziell für Vorsorge und Sparen entwickelt, mit attraktiven Zinsen auf dem Sparkonto
Tipp: Nutze dein bestehendes Hauptkonto für Lohn und Fixkosten und eine Neobank als Alltagskonto. So siehst du sofort, wie viel «freies» Geld du noch hast.
Der letzte Automatisierungsschritt: Vom Sparkonto direkt ins Depot — ohne dass du jeden Monat manuell kaufen musst.
Die besten Optionen in der Schweiz:
**Swissquote**: Automatischer Sparplan ab CHF 25/Monat. Breite ETF-Auswahl, Schweizer Broker
**Interactive Brokers (IBKR)**: Tiefste Gebühren, automatische Käufe möglich. Etwas komplexer in der Einrichtung
**Saxo Bank**: Benutzerfreundlich mit automatischen Sparplänen und gutem ETF-Angebot
**Yuh**: Einfachste Lösung für Einsteiger — Sparplan direkt in der Banking-App
Mit einem automatischen ETF-Sparplan investierst du regelmässig in einen breit diversifizierten Index wie den MSCI World oder den SPI. Du profitierst vom Durchschnittskosteneffekt und musst dich nicht um Timing kümmern.
Am 25. des Monats kommt dein Lohn. Am 1. des Folgemonats passiert automatisch:
CHF 2'500 → Fixkosten-Konto (Miete, KK, Versicherung)
CHF 600 → Säule 3a
CHF 400 → ETF-Sparplan
CHF 200 → Notgroschen (bis Ziel erreicht)
Rest → Alltagskonto für freie Ausgaben
Du triffst diese Entscheidung einmal — und dann nie wieder.
«Pay yourself first»: Sparen per Dauerauftrag am Zahltag, bevor du ausgibst
Kontenmodell mit 3-4 Konten schafft automatische Struktur
Neobanken wie Neon, Yuh oder Kaspar& eignen sich ideal als Budget-Konten
Automatische ETF-Sparpläne bei Swissquote, IBKR oder Saxo vervollständigen das System