Überkonzentration in einzelnen Titeln, Sektoren oder Ländern
Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn ein Portfolio überdurchschnittlich stark in einem einzelnen Titel, Sektor, Land oder einer Währung konzentriert ist. Diese Überkonzentration erhoeht das Risiko, weil ein einzelnes Negativereignis einen überproportional grossen Verlust verursachen kann.
In der Schweiz ist das Klumpenrisiko besonders relevant: Der Swiss Market Index (SMI) wird von drei Unternehmen dominiert — Nestle, Novartis und Roche machen zusammen rund 50% des Index aus. Wer nur in den SMI investiert, traegt ein erhebliches Einzeltitelrisiko, auch wenn der Index 20 Unternehmen umfasst.
Typische Klumpenrisiken in Schweizer Depots: Zu hoher Schweiz-Anteil (Home Bias), Konzentration auf den Finanzsektor (UBS, Zurich, Swiss Re), starke USD-Exposition durch US-Tech-Aktien oder mangelnde Diversifikation bei Einzeltiteln. Ein einzelner Titel sollte idealerweise nicht mehr als 5-10% des Gesamtdepots ausmachen.
Um Klumpenrisiken zu reduzieren, empfehlen sich breit diversifizierte ETFs wie der MSCI World oder FTSE All-World, die das Kapital auf über 1'500 Unternehmen verteilen. Ein Schweizer Anleger sollte zudem bewusst einen internationalen Anteil beimischen, um den typischen Home Bias zu kompensieren.